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Beitrag von Levi am Mi Apr 19, 2017 10:23 pm

#shingekinokyojin
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Re: - Ereri -

Beitrag von Levi am Do Apr 20, 2017 12:57 am

Nässe tastete sich entlang des Sandes. Zog sich wieder zurück. Erneut strebten leise kräuselnde Wellen mir entgegen, umzogen die Haut an meinen Füßen. Eine angenehme Kälte benetzte meine Haut, was mich unwillkürlich die Augen schließen ließ. Meiner Kehle entstieg ein friedvolles, melodisch helles Seufzen. Auch wenn es sich unnatürlich anhört, fühle ich mich dem was die Menschen Himmel nennen, unwillkürlich näher, ohne dass ich in der Lage wäre zu beschreiben wieso. Sanfte Sonnenstrahlen tasten über mein Gesicht, zusammen mit einem kühlen Wind. Ich sehe meinem besten Freund in die Augen und erkenne ein unglaubliches Leuchten in diesen, welches unwillkürlich ein Gefühl von Wärme und Glückseligkeit in meinem Inneren auslöst. 'Ist es nicht genauso wie ich es dir beschrieben habe?' Meine geschlossenen Lider schwingen allmählich auf, leicht blinzelnd aufgrund der Sonne, die nun ungehindert durch die Wolkendecke hindurchbricht. 'Wassermassen, soweit das Auge reicht..' Den Blick aus meinen grünen Augen nach unten senkend, ging ich leicht in eine Hocke, um mit meinen Fingerspitzen durch die wohlige Kühle zu schneiden. Mich wieder aufrichtend führte ich eine meine Fingerspitzen an meine Lippen, schmeckte das Salz. Ein Kribbeln durchfuhr meinen ganzen Körper, erfüllte mich, veranlasste mich dazu ein leises melodisches Lachen zwischen meinen lächelnden Lippen auszustoßen. Diese Gefühle.. diese Zufriedenheit, diese Stille, .. dieser Frieden. Ich war den Tränen so nahe, so sehr erfüllte mich diese Freude dessen, das wir unseren Traum wahr gemacht hatten. Doch plötzlich veränderte sich meine Sicht; es schien als wären meine Augen zwar noch offen, doch meine Sicht so sehr getrübt das alle Kanten weich wurden und miteinander verschmolzen. Kälte empfing mich, machte sich in meinem gesamten Körper breit. Zeitgleich mit dem zögerlichen Aufschlagen meiner Lider, zuckte Schmerz wie ein Messer, das mir in die Schädeldecke gebohrt wurde, durch meinen Kopf. Ein erschöpftes Stöhnen zwischen meinen Lippen ausstoßend blinzelte ich, ehe ich erkannte wo ich war. Ich war umgeben von Steinwänden, lediglich zwei Fackeln spendeten genug Licht für mich um auszumachen, dass ich in einer Zelle war. Erst jetzt bemerkte ich den Schmerz, der durch die harten Handschellen verursacht wurde, die meine beiden Handgelenke offenbar schon länger umschlossen. Alles, was kurz zuvor passiert war prasselte wieder auf mich ein. Das Meer.. wir hatten es nicht gesehen, es war nur einer von vielen dieser Träume gewesen .. zu schön um wahr zu sein. Denn die Welt, in der wir hier lebten, ließ keinen Platz für Luxus wie Träume. Die Menschen bangten, hofften; aber nicht mehr. Noch kurz vorher hatten Mikasa, Armin und ich uns Kanonen ausgeliefert vorgefunden. Begriffe wie Verräter.. Feind der Menschheit rotierten in meinem Kopf. Ich sollte beweisen, dass ich kein Feind der Menschheit war. Und nun hatten sich mich bereits angekettet, wie eine Bestie, die man zu bezwingen versuchte. Mein Körper fühlte sich plötzlich innen so unerträglich warm an, als wäre ein Feuer in meinem Brustkorb gezündet worden. Schweiß perlte auf meiner von schwarzen Haarsträhnen gezierten Stirn. Es kostete mich eine unglaubliche Anstrengung, mich aufzurichten. Ich lehnte meine nasse, warme Stirn gegen meine Hand, deren Fingerspitzen sich in meinem Haar vergruben. Mit pochendem, schweren Kopf blickte ich mich vorsichtig um, um nur keine falsche Bewegung zu machen. Ich hatte das Gefühl, bei einer falschen Bewegung, könnte jeder einzelne Muskel in meinem Körper reißen. Ein schmerzerfülltes Stöhnen entstieg meiner Kehle.  Wie lange war ich schon hier? Und noch viel wichtiger: Wie lange würde ich hier noch bleiben?
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Re: - Ereri -

Beitrag von Eren am Di Mai 23, 2017 11:20 pm

»Because two can keep a secret if one of them is dead.

Mit einem Knarren, einem Knallen und einem Schellen hörte ich eine Tür aufgehen, eine andere ins Schloss fallen und ehe ich mich versah spürte ich schmerzhaft den Boden unter meinen Rücken und Steiß. Meine Augen taten weh, sie brannten, konnten sich weder an das Licht der Kerzen, noch an den Mondschein oder die Dunkelheit gewöhnen. Es brannte alles so sehr, die Stelle an meinem Arm, an dem man mich packte und hierher brachte, es brannte alles. Es tat so weh, und doch spürte ich... Nichts. Für einen Moment hielt ich inne, stoppte meine Atmung und lockerte all meine Muskeln. Ich fragte mich, spürte ich diesen Schmerz überhaupt? Spürte ich ihn wirklich oder wünschte ich mir lediglich, dass dort etwas wäre, was mich lebendig fühlen ließ? Blut, Schmerz, das verschnellte Pochen eines Herzens... All das würde einem Menschen für gewöhnlich zeigen, dass er menschlich war, dass er lebte.. Dass er lebte. Doch in diesem Moment fühlte ich nichts außer dieser eigenartigen Taubheit. Mein Kopf fühlte sich so leer an doch gleichzeitig so unsagbar schwer. Wie konnte das möglich sein?
Meinen Rücken an die kalte Wand der unterirdischen, steinernen Mauer lehnend, kniff ich meine Augen zusammen, versuchte zu erkennen wo genau ich war, nur um zu sehen, dass ich nichts sah. Es gab am Ende des Raumes, am Ende des Ganges, eine Fackel die brannte. Doch viel erhellen tat sie zu so später Stunde nicht. Dem Gefühl jedoch nach zu urteilen, war ich in einer Art Zelle. Was ich hier tat? Ich war mir nicht einmal selbst sicher. Ich erinnerte mich nicht mehr klar daran was genau geschah. Alles an das ich mich erinnerte, waren entsetzte Blicke, ängstliche Blicke, verachtende Blicke. Waren sie auf mich gerichtet?, fragte ich mich, während ich meine langsam erkaltenden Handflächen an meine Stirn und Schläfen legte und zu überlegen begann.
Was hatte ich getan um hier zu landen? Doch egal wie sehr ich in meinen Gedanken suchte und mein Gedächtnis zu erforschen vermochte, mir viel nichts ein was ich getan haben sollte. Es war wie ein schwarzes Loch, eine Lücke, einfach... Nichts. Und da war plötzlich wieder dieser Schmerz, dieses Brennen, ein Stechen in meinem Kopf, das pulsieren meiner Gliedmaßen, als wäre ich zuvor mehrere Kilometer gerannt und hätte ein rigoroses Training hinter mir gehabt, doch ich erinnerte mich nicht.
Es frustrierte mich, all diese Fragen all diese Lücken. Ich sog scharf die Luft ein, während ich meine Sinne schwinden spürte, doch ich empfand, dass, würde ich nun einschlafen, erschöpft zu Boden sinken, dann würde es mir nie mehr einfallen. Und so blieb ich wach, öffnete meine Augen und blickte der flackernden Flamme im Gang entgegen, blinzelte kaum, ließ das Licht in meinen Augen brennen, bis meine Iriden sich anfühlten als wollten sie Feuer fangen. Ich sah diesem Tanz der Flammen zu, doch fokussierte mich auf Nichts. Ich zitterte und doch brannte ich, es regte mich auf, erzürnte mich, nicht zu wissen was ich hier tat und gleichzeitig blieb etwas in mir so unsagbar unberührt. Es rief in mir, "lass es geschehen". Doch was sollte ich geschehen lassen? Was sprach da in mir? Verlor ich meine Sinne? Es fühlte sich an, als sei ich nicht mehr ich selbst, als würde etwas in mir leben, was nicht Teil von mir ist. Als hätte sich plötzlich etwas in meinen Verstand geschlichen und würde mich nun kontrollieren, langsam übernehmen. Doch was war es?
Im hintersten Winkel meines Kopfes hörte ich Armin nach mir schreien, doch der Grund, wieso, fiel mir nicht ein. Sobald ich versuchte weiter zu denken, Blackout. Als wäre da eine Wand, die mich vor etwas schützen wollte, oder mich fernhalten wollte, gleichzeitig mich aber zu sich zog und anlockte. Mein Kopf spielte Spielchen mit mir, ohne mein Einverständnis, ohne mein Verständnis. Ich zog meine Beine an meinen Körper und vergrub mein Gesicht zwischen meinen Armen, ich spürte ein Pochen in meinem Kopf, ich griff in meine Haare, drückte gegen meine Schläfen in der Hoffnung ein wenig Ruhe zu spüren, lehnte meinen Kopf zurück, gegen die kalte Wand. Sie fühlte sich so gut an, als wäre es eine Welle die einen Waldbrand löschte. Ich hörte ein Rauschen in meinem linken Ohr. Meine Schultern schmerzten, meine Beine zitterten. Ich atmete tief ein und aus, schloss meine Augen, lockerte meine Muskeln.
"Wenn du gewinnst, lebst du.. Wenn du verlierst, stirbst du..", fing ich an zu murmeln, als meine Sinne mich langsam zu verlassen schienen, "doch wenn du nicht kämpfst.. kannst du auch nicht gewinnen..", lächelte ich sanft, ehe mein Kopf ein wenig zur Seite nickte und sich meine Hände unbewusst zu Fäusten ballten. "Und ich hab nicht vor zu sterben.."
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Re: - Ereri -

Beitrag von Levi am Mi Mai 24, 2017 9:04 pm

Stets erinnerten mich diese Mauern und ihre Fassaden im Dunkeln an vergangene Zeiten, deren Erinnerung sich in mein Herz eingebrannt hatte. Sie waren schmerzhaft – diese Erinnerungen, doch sie waren das, was mir bewusst machte, dass ich immer noch lebte: Ich mochte zwar nur noch eine leere Hülle sein, doch atmete ich, lief ich, kämpfte ich. Wofür? Leise die kalte Luft aus meinen Lungen ausstoßend, bildete meine bleichen Lippen kurz einen leisen Spalt, während ich den Gängen zu den Zellen folgte. Heute war einer dieser Tage, an dem ich mich unkonzentriert fühlte, als stände ich neben mir. Zwar nahm dies keiner außer mir war, aber ich hatte eine andere Wahrnehmung meiner selbst. Stets übernahm ich die komplette Kontrolle über das, was ich nach außen trug oder im Inneren fühlte. Ich hatte jegliche schwachen Gefühle stets im Keim erstickt, bevor diese in jeglicher Hinsicht meine Entscheidungen oder Handlungen beeinträchtigen könnten. Doch seit diesem Tag hatte ich mir noch weniger Zugeständnisse gemacht, hatte jegliche Emotion verbannt. Zwar schien mich dieses Prozedere Tag für Tag dahin zu raffen und jede Seele aus meinen Augen zu verbannen, jedoch machte ich weiter. Hörte nicht auf damit, mir einzureden, dass es dort draußen, irgendwo noch etwas gab, für dass es sich zu kämpfen lohnte. Und mochte es noch so nichtig und primitiv in den Augen anderer erscheinen. Denn ohne Sinn könnten wir uns hier gleich unter der Oberfläche verscharren, bis wir eines Tages unseren lächerlichen, sinnlosen Tod sterben würden. Nicht jeder war dazu geboren, als Held zu sterben, zugegeben. Manche waren einfach dazu bestimmt in der Menge von Gefallenen unterzugehen und der ihre Name würde nie auch nur noch einmal genannt werden, wenn sie diese Welt verlassen hatten. Selbst wenn sie wesentlich zu einem Sieg beigetragen hatten. He; diese Welt, unsere Welt war so schön bizarr. Grausam und verlockend zugleich. Denn die Schönheit dessen, was wir selber am eigenen Leib erfahren konnten, lockte uns und war doch nicht mehr als eine Maskerade dessen, was uns wirklich erwartete. Gerechtigkeit oder Gnade waren keine natürlichen Dinge. Vielmehr beschönende Lügen, um die Realität für die Schwachen ein wenig erträglicher zu machen. Doch ich sah es nicht ein, einer dieser Schwächlinge zu sein; ich würde nicht meine Furcht meine Entscheidungen für mich treffen lassen. Wenn ich siegte, oder wenn ich starb, würde es durch meine eigenen Entscheidungen bedingt.

Mit zielstrebigen Schritten folgte ich Erwin, der nun seine Schritte verlangsamte und vor der Zelle stehenblieb, aus der bereits Lichtreflexe in tiefgrünen, eigenwilligen Augen zu erkennen waren. Stumm musterte ich nun den Jungen, der zu meiner Überraschung nicht älter als 16 Jahre zu sein schien. Ich hatte ihn zwar bereits schon gesehen, jedoch in einem anderen Zustand. Er hatte schwach und ausgelaugt gewirkt, als hätte der Titanenkörper ihm jegliche Lebensenergie entrissen; doch nun schien mir eine andere Person entgegenzublicken. Seine Augen zeigten keine Spur von Schwäche; vielmehr schienen sie eine Unbändigkeit und Willenstärke auszudrücken, die einen trotz der Gitterstäbe dazu bringen könnte zurückzuweichen.

Eine stoische Ruhe spiegelte sich in meinen pechschwarzen Iriden wieder, die in Kombination mit den filigranen Augenbrauen, eine ebenso große Eigenwilligkeit ausstrahlten, wie die meines Gegenübers. Ich war um einiges kleiner als mein Begleiter, der niemand Geringeres als Erwin Smith, das Oberhaupt des Aufklärungstrupp, war. Doch trotz der kleinen, trotz der Muskeln schlank und zerbrechlich wirkenden Statur meines Körpers strahlte ich stets eine derartige Brutalität durch meine eiskalten Augen aus, die körperliches Unbehagen auslösen konnte. Dieser Wirkung war ich mir bewusst; jedoch hatte ich das Gefühl, dass es keine Wirkung auf mein Gegenüber haben würde. Diese tiefen, giftgrünen Augen waren von einer solchen Wildheit und Unbeugsamkeit behaftet, dass es mich für einen kurzen Augenblick innehalten ließ, ehe sich meine Brust mit dem nächsten Atemzug wieder senkte. „Wie du sehen kannst, bist du derweil in Gefangenschaft. Das ist eine Schutzmaßnahme; sowohl für uns als auch für dich. Kannst du dich an das erinnern, was in den letzten Stunden passiert ist?“ Erwin’s Stimme klang ruhig; sanft. Zwar schien es als würde Erwin den Jungen mit Samthandschuhen anfassen, aber ich wusste es besser. Er war lediglich geschickter als ich darin zu verbergen, wie unerbittlich und gnadenlos er sein konnte.
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Re: - Ereri -

Beitrag von Eren am Do Mai 25, 2017 11:27 pm

»And the hope of morning makes me worth the fight; I will not be giving in tonight.

Was sich anfühlte wie Stunden, geschah wahrscheinlich in nur wenigen Augenblicken, doch schien es als hätte die Kälte der Mauern meinen Körper in sich aufgenommen und ich mich dieser angepasst. Ich wusste nicht mehr ob ich wegen der Schmerzen zitterte, aufgrund des Brennens meines Körpers, oder lag es doch an der Kälte die mich umschlossen hielt.
Ich hörte Schritte, feste und gelenkte Schritte in meine Richtung, dann war Stille, und als ich meine Augen öffnete, den Personen in ungefährer Nähe vor mir entgegenblickend, erfüllte mich die Gestalt beider mit Ehrfurcht. Mit Ehrfurcht und doch Standfestigkeit die signalisierte, dass, egal was ich hier unten tat und die beiden von mir wollten, ich nicht klein bei geben würde. Doch vielleicht bräuchte ich das auch nicht, denn das Zeichen auf den Jacken der beiden Personen, kam mir so unsagbar bekannt vor. Ich blickte beiden in ihre Augen, einer, mit festem, eisernen Blick und hochgewachsener Statur, groß und wahrscheinlich sehr bedeutungsvoll in dieser eingepferchten Welt. Der andere mit Augen so kalt und scharf, dass sie dich töten könnten. Es schauderte mir beim Anblick und lief mir kalt den Rücken hinab, doch es war nichts im Gegensatz dazu, was mich die Titanen schon haben sehen lassen.
Mein vorheriges Zittern wurde zu einer Art Verkrampfung, Versteifung meiner Gliedmaßen, als ich Worte hörte, die an mich gerichtet zu sein schienen. Es vergingen einige Sekunden in denen ich mich nach den richtigen Worten umsah um auf seine Frage korrekt zu antworten, doch aufgrund meines innerlichen Tumults war es nicht gerade das Leichteste, was ich derzeit zu bewerkstelligen versuchte. "Nein. Nein, kann ich nicht.", beantwortete ich schlussendlich nach mehreren Momenten der Stille seine Frage und sah ihm aus zusammengezogenen Augenbrauen entgegen. Ich versuchte wieder nachzudenken, doch hatte sich an der vorherigen Situation meines Erinnerungsvermögens noch nichts geändert. Ich wusste nicht, was es benötigte um mich erinnern zu lassen oder ob ich mich jemals erinnern könnte. Ich hoffte es, aber im Inneren wusste ich auch, dass dies wohl auch eine Schutzmaßnahme sei, eine Schutzmaßnahme meines eigenen Körpers mir gegenüber.
Meine Augen schweiften vom Größeren der beiden ab zu seiner Seite, wo ich wieder diesen kalten, unnachgiebigen Pupillen entgegensah. Wenn diese beiden wirklich dem Trupp zum Schutz der Menschheit angehörten, dann war es mir wirklich unklar, weshalb sie einem dieser Menschen, den sie beschützen sollten, so feindselig gegenüberstanden. Außer... es war irgendetwas wirklich schlimmes passiert. Etwas, das ich getan hatte.
Ich blinzelte ein paar Mal, da das Licht der Fackeln sich anstrengend auf meine Augen auswirkte und diese auszutrocknen schien. Mein Gesicht verspannte sich als ich mich von meinem Hosenboden auf die Knie stemmte und versuchte aufzustehen, mich jedoch eine unsagbare Schlaffheit, Müdigkeit und Taubheit meiner Knochen übermannte und mich in die Knie zwang. "Ich habe schon mehrmals versucht mich zu erinnern.. aber es bringt nichts. Wenn einer von euch also nun mir antworten könnte...", ich hielt inne, atmete tief aus, ein, meinen Blick vom Boden ruckartig in die Höh schnellend, in die Augen des Kleineren der beiden starrend, öffnete ich abermals meinen Mund. "Was.. ist passiert?"
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Re: - Ereri -

Beitrag von Levi am Fr Mai 26, 2017 4:56 pm

„Er kann sich nicht erinnern? Wie praktisch.“ Leicht das spitz zulaufende Kinn senkend, machte der Jüngere indes einen Schritt zurück, um sich im nächsten Augenblick gegen die kalte Steinmauer in seinem Rücken zu lehnen, das eine Bein angewinkelt und an dieser aufgestützt. Auf Erwins kurzen zurechtweisenden Blick folgte keine Regung seines Körpers, noch seiner gefühlslosen, Gleichmut ausstrahlenden Augen. Trotz der ausbleibenden Reaktion auf Erwin, schien dieser trotzdem zufrieden. Schließlich kannte er Levi’s Gemüt nur zu gut. Dass er überhaupt so etwas wie Autorität akzeptierte, war schon allein Erfolg genug nach diesem Jahr, das der Schwarzhaarige nun schon dem Aufklärungstrupp diente. Zwar ließen seine Manieren zu Wünschen übrig, jedoch tat das seinem Talent als Soldat keinen Abbruch.
Er war eben im Untergrund groß geworden und trug diese Vergangenheit in dem Maße mit sich, dass eben diese gleiche Gnadenlosigkeit, der er im Untergrund ausgesetzt war, nun einen vorherrschenden und prägenden Teil seines Charakters angenommen hatte. Dieser natürliche, aber bei ihm extrem ausgebildete Wille zu überleben, wohnte ihm trotz der anderen Bedingungen seines jetzigen Lebens an der Oberfläche noch immer inne. Levi hatte gelernt Misstrauen, Vertrauen vorzuziehen und sich von niemandem etwas gefallen zu lassen – wertvolle Fähigkeiten, die hier oben schnell als Überreaktion interpretiert wurden. Deswegen ließ er ihn gewähren.
„Nun..“ Levi hob sein Kinn wieder und eröffnete Sicht auf ein eigenwilliges, gleißendes Augenpaar, dem eine bestimmte Emotion inne zu wohnen schien, die nicht kalt war. Er hatte schreckliche kalte Augen, jedoch schimmerte in ihnen etwas. „Um deiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen: Du bist als Titan Amok gelaufen und hast gut zwei Dutzend deiner Art abgeschlachtet.“ Er wählte seine Worte bedacht so, um ihn zu provozieren. Denn auch er selber wollte sich nicht mit einer so primitiven Ausflucht des Jungen zufrieden geben. Wie konnte man so etwas Bizarres vergessen? War dieser Junge wirklich der Titan gewesen, der so gewütet hatte? Würden sie ihre Vorsicht auch nur einen Moment schleifen lassen, könnte das nochmal unzähligen Männern das Leben kosten. Vielleicht wusste dieser Junge wirklich nichts mehr von dem, was geschehen war. Schließlich hatte er auch eine unvergleichliche Hilfe dargestellt und ihnen ermöglicht die Mauer Rose wiederherzustellen.
Der junge Mann, dessen wohlgeformtes Gesicht ihn nicht viel älter als 20 erscheinen ließ, wiegte nun kaum merklich seinen Kopf. Das obere, lange Haar seines Undercuts fiel in schwarzen Spitzen in die Stirn seines schönen und gleichzeitig unerbittlich wirkenden Gesichts. Die Fackeln an den Wänden warfen tanzelnde Lichtspiele auf die schmalen, sinnlichen Konturen seiner bleichen Lippen, während die tiefen Schatten unterhalb seiner Augenlider nur noch mehr hervortraten.
Wäre es noch einmal möglich diesen Jungen für ihre Zwecke einzusetzen würde das ungeahnte Möglichkeiten eröffnen und die Asymmetrie im Kampf gegen die Titanen aufheben. „Erwin..“ Kurzerhand stieß sich der Kommandant von der Wand ab und machte ein paar Schritte auf Eren zu bis seine schlanken Finger die Kälte der Gitterstäbe erfühlten. „Gib ihn in meine Aufsicht.“ Zwischen pechschwarzen Strähnen den Jungen mit seinem intensiven Blick taxierend, verließen die wenigen Worte seine Lippen. Seine Stimme klang zugleich jung als auch tief und melodisch. Es schien unmöglich sein Alter zu schätzen. „Sollte er sich nochmal dazu entscheiden, ein Massaker anzurichten und danach seine Erinnerung zu verlieren, werde ich ihn natürlich erledigen. Aber..“ Kurz wich die Feindseeligkeit aus seinen Augen einem anderen Ausdruck. „..vielleicht können wir ihn noch zu unserem Vorteil nutzen.“
„Womöglich.“ erwiderte Erwin und erhob sich. „Vorausgesetzt die Oberen lassen uns gewähren.“ „Tch.“ Unwillkürlich bildete sich ein verächtliches Runzeln auf Levi’s Stirn und seine dünnen, filigranen Augenbrauen zogen sich zusammen. „Wenn sich diese faulen Schweine irgendwann von Titanen umzingelt sehen, werden sie erkennen, wieviel ihnen ihre veralteten Methoden gebracht haben – nämlich einen Scheiß.“  Seine Worte verließen seinen Mund schneidend wie eine Klinge, während in seinen Augen leiser Groll funkelte, der nur langsam wieder abebbte. Anscheinend schien der Jüngere doch nicht von purem Gleichmut beherrscht zu sein.
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Re: - Ereri -

Beitrag von Eren am Fr Mai 26, 2017 6:37 pm

»If you're obsessed with your yesterday then you're destined to repeat it.

Die Stimme und Worte des Schwarzhaarigen schnitten tief. Natürlich war es seltsam einem komplett Fremden plötzlich zu glauben nachdem ich wahrscheinlich aus guten Gründen hier unten gelandet war, doch war ich selbst so unnötig ehrlich in meiner sturen Verbissenheit und Dickköpfigkeit, dass mir gar nicht in den Sinn kam, dass ich wahrscheinlich gar nicht so vertrauenswürdig rüber kam. Mein Blick glitt zu Boden und meine Augenbrauen zogen sich zusammen als sich ein kurzer gequälter Ausdruck auf mein Gesicht schlich. Es war natürlich seltsam sich plötzlich nicht mehr an Vergangenes erinnern zu können, besonders wenn es erst so kurze Zeit her zu sein schien. Es war mir klar wie ich derzeit da stand, aber mehr als die Wahrheit sagen und nach ihr suchen konnte ich in diesem Augenblick nicht. Denn alles was ich seit jeher Tat, war nach Antworten zu suchen, Antworten auf so viele Dinge. Dinge, mit denen ich endlich abschließen wollte, doch nicht konnte. Nicht einmal meine Mutter hatte mir Aufschluss geben können. Und fortan würde sie es auch nicht mehr können. Ich biss mir auf die Lippe, versuchte ein Zittern meines Körpers zu vermeiden, sog scharf Luft durch die Nase ein und schüttelte all meine traurigen Gedanken fort, vorerst, nur um gleich darauf mit Fakten konfrontiert zu werden, die noch schockierender waren. "Was?", entkam es mir nur, kaum hörbar, als ich den Satz des Schwarzhaarigen gedanklich auseinander nahm. Titan? Amok? Wovon redete er da? Das letzte was ich wusste war, dass ich Armin schützen wollte. Ich war mir nicht einmal sicher ob es mir gelang, alles danach blieb als schwarzes Loch in meinem Kopf zurück. Abermals schüttelte ich den Kopf, versuchte mein eigenes Unbehagen fortzulachen, doch außerhalb eines leblosen, kurzen lachähnlichen Räuspern entkam nicht viel meiner Kehle. Und ehe ich darauf reagieren konnte, sprach er auch schon weiter.
"W-wartet mal 'ne Sekunde!", rief ich plötzlich meine Hände vor meinen Körper werfend, als würde ich etwas von mir fort schieben wollen. Mich langsam auf meine Beine raffend, während ich mich an der Wand abstützte, stolperte ich mehr in Nähe der Gitterstäbe, blieb aber gut zwei Schritte von diesen entfernt. Meine Augen konnten sich nicht auf einen Punkt konzentrieren, sahen in beide Gesichter der beiden, die vor mir standen, nur um dann auf den Boden zu starren. "Was soll ich gemacht haben?", fragte ich mit zitternder Stimme nach Wiederholung der vorherigen Worte. "Und wozu soll ich in Aufsicht? Wer seid ihr überhaupt?!", verlor ich langsam die Geduld.
Ich war ohne ein Wort hier unten eingesperrt worden, nachdem ich aufgrund eines nicht verhinderten Versuchs, die Mauer und die Menschen dahinter zu schützen, meine Mutter vor meinen Augen von einem Titanen hab verspeist worden sehen und heute Armin dem gleichen Schicksal gefolgt wäre, und plötzlich stehen hier zwei Typen die mich mit ihren Augen durchlöchern, als wäre ich derjenige gewesen der leere Versprechen zutage gebracht hat? Als wäre ich derjenige dessen Job und Berufung es ist, die Menschen hinter der Mauer vor den Titanen zu schützen?! Wieso werde ich behandelt, als wäre ich ein Menschenmörder, wenn die beiden vor mir Teil der Bande waren, die es nicht schafften meine Mutter oder Armin zu beschützen?!
Jegliche Traurigkeit wich meinen Augen und machte stattdessen Wut Platz, als ich mich mit knirschenden Zähnen an den kleineren der beiden wandte. "Was zur Hölle geht hier vor sich und weshalb seid ihr hier anstatt draußen die Menschen zu beschützen?!", sprach ich mit Zorn, versuchend meine Stimme zu zügeln. Mein Kopf schmerzte doch hinderte mich das nicht daran endlich einmal, wenigstens auf diese Fragen, Antworten zu kriegen.Ich wusste nicht einmal, ob es draußen immer noch so wütete wie vorhin, ob Armin noch am Leben war oder meiner Mutter in den Himmel gefolgt war, ich wusste nicht einmal ob unsere Stadt noch immer der Bedrohung standhalten musste, oder ob die Luft klarer wurde. Und selbst wenn es Zweiteres war, so konnte ich nicht einsehen, weshalb die beiden Typen vor mir sich die Zeit und Laune herausnahmen, hier in solcher Manier vor mich zu treten, als hätten sie draußen und innerhalb ihrer Arbeit nicht schon genug mit Schutz zu tun! Nein, stattdessen werde ich in ein unterirdisches Loch gesperrt, ohne Antworten, ohne Wissen von irgendwas und alles was mir entgegen gebracht wird, ist zynisches Verhalten und die Behauptung, ich wäre plötzlich ein Titan geworden! Was machte das überhaupt für einen Sinn?! Ich meine.. es ist schon eigenartig, dass ich versucht hatte Armin zu retten aber hier noch quicklebendig, trotz Schmerzen und einigen Schrammen, nun beinahe gerade dastand, als wäre ich nicht zuvor in den Schlund eines Titanen gefallen. Aber vielleicht war es ja auch eine glückliche Fügung, dass wenigstens einer dieses honorierten Trupps sich der Aufgabe bemächtigt hatte, mich aus diesem Mistvieh zu befreien.
Ich wusste selbst nicht weshalb ich gerade so erzürnt auf etwas war, dem ich immer nach geträumt hatte gleich zukommen. Aber irgendwo war es doch sicher verständlich, dass ich Aufklärung brauchte und nicht nur einen hingeklatschten Satz der mir mehr Verwirrung brachte als ich ohnehin schon besaß oder bräuchte.
Meine Hand an meine Stirn fahrend schloss ich wieder meine Augen, meine Gliedmaßen verkrampfend und abermals versuchend mich zu erinnern. Alles kam mir so schemenhaft vor, als wäre es nur ein Traum. Ich konnte nicht mehr unterscheiden, was Real war und was nur ein Spiel, ein Trick meiner Erinnerung.
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Re: - Ereri -

Beitrag von Levi am Fr Mai 26, 2017 7:19 pm

Ruhig hörte sich Erwin Eren's Worte bis zum Schluss an. "Levi, vielleicht solltest du es ihm ein wenig einfacher machen." Der Schwarzhaarige hatte während diesen Worten seines Vorgesetzten den Kopf von Eren abgewandt, wodurch lediglich die aufgeschlagenen Wimpern seiner Augen auszumachen waren, da der Rest seiner Augen von pechschwarzen Strähnen verdeckt war. "Ich werde mich mit Darius kurzschließen." Die Worte Erwin Smiths hallten in den Gängen wieder, als dieser sich bereits zum Gehen wandte. Überraschenderweise machte Levi allerdings keine Anstalten ihm zu folgen. Erwin wusste, er würde nachkommen. Ein paar stumme Herzschläge vergingen, bis Levi sich wieder Eren zuwandte. Sein Blick wirkte zwar noch immer unterkühlt, jedoch war eine Ruhe in seine Augen gekehrt, die zeitgleich mit den letzten Worten des Jungen Besitz über die schwarzen Iriden ergriffen hatte. Der Blick in die erzürnten Augen des Jungen, der ihm nun unmittelbar und scheinbar ohne jede Angst gegenüberstand machte ihm bewusst, dass er wirklich die Wahrheit zu sagen schien und nicht im Geringsten darüber Bescheid wusste, was in den letzten Stunden passiert war. Für einen kurzen Moment schlug der Schwarzhaarige die Augenlider nieder, ehe er erneut die Augen Erens fixierte. Diesmal war sein Blick ruhig und hatte die vorherige Feindseeligkeit mehr oder minder abgelegt. Wie würde er sich an der Stelle des Jungen fühlen?
Als der junge Soldat diesmal seine Stimme erhob, wirkte ihr Klang verändert; beinahe sanft. "Kurz nachdem dein Kamerad, Armin, den anderen Einheiten von deinem Tod berichtet hat, ist ein Titan aufgetaucht, der um einiges stärker als die anderen Titanen war. Dieser Titan.. hat unzählige andere Titanen getötet, bis er aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit ebenfalls getötet wurde. Aus dem Fleisch dieses Titanen wurdest du im lebenden Zustand herausgeschnitten."
Er unterbrach sich kurz, ehe er ruhig mit seiner tiefen melodischen Stimme die Geschehnisse weiter erklärte. "Du wurdest durch das Oberhaupt der Mauergarnison bedroht und musstest deine Freunde beschützen. Anscheinend hast du dich dann wieder verwandelt, um einen Kanonenschuss abzuwehren. Pixis hat sich schließlich, als die Situation erneut zu eskalieren drohte, deiner angenommen. Mit seiner Anleitung hast du dich erneut in einen Titanen verwandelt um das offene Tor im Bezirk Trost zu verschließen. Das hat, wenn auch mit Komplikationen, funktioniert. Danach haben wir dich aus dem Titanenkörper geholt und hierhergebracht, in den Untergrund, wo du vorerst sicher bist und wir vor dir." Nachdem Levi's Blick die ganze Zeit in der Leere vor ihm gehangen hatte, wandte er nun den Blick fast schon zurückhaltend Richtung Eren, ohne ihn wirklich anzusehen. Er wollte in diesem Moment wirklich nicht an seiner Stelle sein. "Die Obersten und die Bevölkerung flippen gerade völlig aus. Ich kann dir eines versichern: Zwar ist eine Zelle wirklich kein behaglicher Ort, aber wärest du nicht hierdrin, dann wärest du wahrscheinlich schon von denen da oben getötet worden." In einer merkwürdigen Hinsicht sprach Levi weniger zu Eren, sondern murmelte fast, als würde er zu sich selbst reden. Für einen kurzen Moment hob er die Augenbrauen in einem Anflug von Sarkasmus. "Du bist also im Moment ziemlich gearscht, Junge. Ich an deiner Stelle würde uns dafür danken, dass wir dir zumindest vorerst den Arsch gerettet haben."
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Re: - Ereri -

Beitrag von Eren am Fr Mai 26, 2017 7:57 pm

»The sound of my heart pounding tells me, there's still hope.


Als der größere der Beiden verschwand, schien einiges an Druck von meinen Lungen abgeworfen. Auch wenn er außen her autoritär und bestimmt schien, so sah man in ihm, dass auch er nicht zu unterschätzen war. Zu ihm passte wohl der Spruch; "stille Wasser sind tief".
Nun allein gelassen mit dem Schwarzhaarigen, horchte ich ruhig seinen Worten, wollte mich ihm erkenntlich zeigen, dass er meinen inneren Tumult verstand und mich dafür nicht zurechtwies. Ich war mir bewusst, dass Aggressionen in dieser Situation nicht das Beste zu sein schienen, doch konnte ich oft nichts gegen meine Emotionen machen. Das war sowohl Schwachpunkt, als auch Stärke meinerseits, dass ich weniger dachte und mehr fühlte. Wahrscheinlich war auch genau das der Grund, weshalb ich nun hier unten saß.
Ihm zu Ende zugehört, atmete ich tief aus, biss mir wieder auf die Lippe und schmeckte das Blut, roch diesen unverkennbaren metallischen Geruch, ehe ich mir grob durch die Haare fuhr mir selbst zwei Mal gegen die Stirn klatschte. Das, was er erzählte, schien mir so bekannt vorzukommen und doch wollte ich es nicht wahrhaben.  ich meine, wer nahm schon gerne an, dass er plötzlich zu einer riesigen Killermaschine mutierte und das gleich mehrere Male, nur um dann damit konfrontiert zu werden, dass man für mehrheitlich beschützende Akte hätte getötet werden können, und das von seiner eigenen Rasse. Ich blickte dem jungen Mann entgegen, ich glaubte ihm. Es wäre zu unrealistisch, hätte er sich das alles mal eben aus dem Ärmel gezogen und mich dreist angelogen, auch wenn ich ihm vom rein optischen nicht absah, dass er in der Lage war weiße Lügen zu erzählen. Dennoch entschied ich mich zu glauben, zu akzeptieren, da mein Kopf langsam aber sicher auch klarer zu werden schien. "Levi, richtig?", entkam es mir, ohne jegliche Ehrfurcht, da ich nicht einmal das Wissen hatte, was für eine Position er innehielt, und um ehrlich zu sein stand mir auch gerade gar nicht der Sinn nach Höflichkeitsformen. Ich war ihm dankbar, dass er mit mir sein Wissen teilte, aber war ich einfach noch immer zu perplex und verwirrt. "Also ist die Stadt erst einmal sicher..?", fuhr ich fort zu fragen. Derzeit war mir diese Stadt, dieses kleine bisschen Menschlichkeit in dieser Welt voller Gewalt und Tod, das einzige Fünkchen Himmel und Balsam für meine Seele. Ich wollte es mit allem was ich besaß beschützen. Und wenn es bedeutete zu einem Titanen zu werden... ich nahm selbst das in Kauf.
"Wie lange muss ich dann noch hier unten bleiben? Was wird mit mir passieren?", sprach ich hektischer, als ich es klingen lassen wollte. Ich wollte ihm den nötigen Respekt zollen, versuchte es, aber kam mir meine eigene Naivität zuvor. Ich verstand, wenn ich für einige Zeit länger hier unten versauern müsste, da ich scheinbar, auch wenn ich wohl hilfreich gewesen war, eine Gefahr darstellte, denn ich verstand, dass es keine Garantie dafür gab wann und unter welchen Umständen ich zu einem Titanen werden könnte, falls ich es überhaupt noch könnte. Nächstes Mal wäre ich vielleicht keine Waffe gegen die Titanen, sondern würde einer von ihnen werden. Und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr verängstigte es mich. Was, wenn ich plötzlich gegen die Menschheit agierte, die ich so liebte? Was, wenn ich einer von denen werden würde, die meine Mutter töteten? Was, wenn ich mich vergaß, alle meine Freunde vergaß, Mikasa vergaß?
Angst machte sich in mir breit und schien mich kontrollieren zu wollen, ich wusste ich dürfte nicht klein bei geben, es wäre nicht der richtige Zeitpunkt, doch was konnte ich schon gegen diese Anbahnung von Menschlichkeit anstellen. Je mehr Antworten ich bekam, desto mehr stürzten sie mich in Bedenklichkeit. Und doch wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben, nicht den Gedanken verlieren, dass wir irgendwann frei sein könnten. "Es ist mir egal wie... aber was kann ich tun, um irgendwie zu helfen? Um nützlich zu sein?"
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Re: - Ereri -

Beitrag von Levi am Sa Mai 27, 2017 1:25 am

Mit leicht niedergeschlagenen Lidern nahm der junge Mann die dunkelrote Linie wahr, die sich den Mundwinkel des Jungen langsam herunter stahl. Überraschenderweise ließ sich der Kleinere der Beiden zur einen Seite der Gitterstäbe nieder und lehnte sich kurzerhand so an die Gitterstäbe, das er seitlich mit einem angezogenen Knie zu dem Jungen in der Zelle saß "Ja." antwortete er lediglich, während sich seine Fingerspitzen durch sein nachtschwarzes Haar hindurch ihren Weg bahnten, bis seine Handfläche seinen Haaransatz erreicht hatte. In einer verkorksten, verdrehten Weise schien er ebenso in gewisser, stiller Weise wegen etwas zu hadern. In einer Weise, die er keinem zeigen konnte. Doch dieser Eindruck weilte nur kurz, ehe er wieder seinen Rücken straffte. Seinen Grad im Aufklärungstrupp ließ er keine Erwähnung, denn im Angesicht des Todes waren alle Menschen gleich. Ob nun Kommandant oder Bürger. Stumm ließ der junge Kommandant Eren gewähren und Fragen stellen. Er schien durcheinander, jedoch, und das war es was ihn in gewisser Hinsicht beeindruckte war, dass er in keiner Sekunde an sich dachte. Er fragte nach der Zukunft der Bürger, wie er helfen konnte. Mit Sicherheit war ihm bewusst, dass sein eigener Tod in den bevorstehenden Optionen, die seine Zukunft bereit hielt, enthalten war. Für 15 Jahre war dieser Junge wirklich bewundernswert. Ein leises Schmunzeln legte sich in einem Glanz in die grauen, sonst so glanzlosen Augen des jungen Soldaten, bevor er sich, den Kopf leicht in den Nacken gelegt, zu Eren wandte. "Vorerst musst du abwarten. Wir werden alles versuchen, dass du nicht in die falschen Hände gerätst." Für einen kurzen Moment musterte Levi den jungen Eren mit einem undefinierbaren Blick, der irgendwie nachdenklich wirkte. Doch dieser Augenblick weilte nur kurz, ehe dieser Ausdruck aus seinen schmalen von filigranen Brauen gerahmten Augen wich, um der vorigen Härte, die diese ausgestrahlt hatten, Platz zu machen. Stumm wandte er den Kopf ab, ehe er sich wieder aufrichtete und die Zelle zurückließ, mit langsamen Schritten.
Irgendwas an dem Anblick dieses Jungen hatte etwas, ein Gefühl in ihm geweckt, das ihm Unbehagen bereitete. Irgendwo .. irgendwo hatte er diesen Ausdruck schon gesehen. Angst, aber gemischt mit einer Willensstärke die diese scheinbare Angst lügen strafte. Aniki.. In wenigen Tagen würde der Gerichtsprozess stattfinden, der über die Zukunft des jungen Titanenwandlers entscheiden würde. Wie unzählige Nächte zuvor wurde der Schwarzhaarige mit den eisgrauen Augen von einer inneren Unruhe beherrscht, die ihm jeglichen Schlaf versagte. Es war auslaugend, Nacht für Nacht dazusitzen und auf das erste Morgengrauen zu warten. Schlafen oder vielmehr Ruhe schien zu weit entfernt, um je erreichbar zu sein. Nun, zwei Tage später war die Nacht vor dem Prozess gekommen. Den Mond, der sich in den grauen Iriden des ehemaligen Diebes reflektierte, beobachtend, fiel dieser endlich in einen Halbschlaf, der seinen körperlichen Durst nach Schlaf endlich stillte. Es war ein unruhiger, konturloser Zustand, der ihn ins innerliche Taumeln brachte. Für einen kurzen Augenblick tauchte Farlans Gesicht vor seinem inneren Auge auf, ehe sich sein Herz für einen winzigen Augenblick zusammenzog und seine Augenlider unwillkürlich aufgerissen wurden. Mit leisen, Ruhe suchenden Atemzügen senkte der Schwarzhaarige den Kopf so, dass sein Haar in spitzen nachtschwarzen Strähnen wie nasser Seetang vor seiner Stirn baumelte. Schweiß perlte über seinen muskelgezeichneten vor gebeugten Rücken. Manchmal fragte er sich ob diese Tortur je aufhören würde. Da die Chance auf einen geruhsamen Schlaf nun endgültig auf 0 gesunken war, stand Levi auf und zog sich an, um sich zum Gerichtsprozess zu begeben. Hanji würde Eren dort hinbringen.
Nachdem sich die zahlreichen Stimmen allmählich gelegt hatten, wurde nun die große, doppelte Tür geöffnet und Eren reingeführt. Levi stand neben Erwin und hatte die Arme mit einem ungerührten, gelangweilt wirkenden Ausdruck in den Augen vor der Brust verschränkt, während Darius Zackly die Anklage vorlas. Bereits nach seinen Ausführungen, die den gleichen Inhalt wie seine Erklärung vor wenigen Tagen widergaben, ging ein erregtes Raunen durch den Gerichtssaal. Sie alle brannten darauf, den Jungen auf grausamste Art hinzurichten. Für sie war er eine Bestie, egal was er zu sagen hatte. Angstvolle Menschen waren so schrecklich erbärmlich, denn sie verloren jede Fähigkeit klar und logisch nachzudenken und sinnvolle Schlüsse zu ziehen. "Eren Yaeger; hast du etwas zu diesen Anschuldigungen zu sagen?" fragte Zackly nun unter den Jungen ruhig bedachtenden Blick, nachdem er für Ruhe im Saal gesorgt hatte.
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